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Zuggeschichten - Runge und Louise lesen

Unser erstes gemeinsames Projekt fand am 01. April 2006 statt und läutet hoffentlich eine Reihe von nun folgenden Projekten ein.

Gemeinsame Lesung des Friedlieb-Ferdinand-Runge- und Louise-Henriette-Gymnasium

Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Projekte, die zur besseren Zusammenarbeit der beiden Oranienburger Gymnasien beitragen. Der gemeinsame Theaterworkshop der DS-Kurse jedes Jahr oder auch die Zusammenarbeit der Schülerzeitungen „Penner“ und „iWAHN“ sind dafür gute Beispiele. Dennoch: Gemeinsame Projekte der beiden Gymnasien finden noch zu selten statt. Dies wollen wir mit dem Get-Together-Projekt für eine bessere Zusammenarbeit ändern. Um Vorurteile abzubauen, die vorhandenen freundschaftlichen Verbindungen zu vertiefen und um sich einfach mal besser kennen zu lernen.

Als Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des Get-Together-Projekt soll am 01. April 2006 eine gemeinsame Lesung von Schüler/innen beider Gymnasien in der Aula des Louise-Henriette-Gymnasiums stattfinden. Dazu sind alle Schüler/innen und Lehrer der beiden Schulen eingeladen, sowie ausdrücklich auch die interessierte Öffentlichkeit.
Gelesen wird die Literatur die uns Schüler beschäftigt. Von Kurt Schwitters über Wladimir Kaminer bis hin zu Hermann Hesse. Aber auch Selbstgeschriebenes in Prosa und Vers soll nicht fehlen. Die Textinhalte reichen von trivial bis philosophisch, von nachdenklich bis heiter.

„ZUGGESCHICHTEN“
am Samstag, den 01. April 2006
um 19.00 Uhr in der Aula des LHGs
Eintritt: 2,- €
Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt.

Wir würden uns freuen, wenn wir einen Redakteur des Oranienburger Generalanzeigers am 1.April in der Lesung begrüßen könnten. Des Weiteren bitten wir Sie in den Tagen vor dem 1.April einen Vorbericht mit Hinweis auf das Stattfinden der Veranstaltung zu veröffentlichen. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich sowohl vor als auch nach der Veranstaltung persönlich zur Verfügung.

03.04.2006 / Oberhavel
Die Aula verwandelte sich in einen Bahnhof


Gymnasiasten von "Runge" und "Louise" lasen in ungewöhnlichem Ambiente Zuggeschichten vor

ROBERT TIESLER

ORANIENBURG "Vorsicht an den Türen! Der Zug fährt ab!" Die Aula des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums (LHG) verwandelte sich am Sonnabendabend in einen Bahnhof. In den Oranienburger Bahnhof.


Schülerinnen und Schüler des LHG und des Runge-Gymnasiums luden zu einer gemeinsamen Lesung unter dem Motto "Zuggeschichten". Mit sehr viel Liebe zum Detail wurde die LHG-Aula zum Bahnhof umgestaltet. Nicht fehlen durfte ein großes "Oranienburg"-Schild. Links und rechts waren Bahnsteige (die Bühnen) mit einer Bank, einem Mülleimer und natürlich den Schildern, "Bahnsteig 1 bis 4". Auf der linken Seite der Aula, Verzeihung: des Bahnhofs, stand ein Fahrkartenautomat, auf dem sogar der Berliner Streckenplan klebte.

Nach der Abfahrt des "Zuges", des Regionalexpresses 1914/1994 (die Gründungsjahre der beiden Gymnasien), ging es auf eine literarische Reise. Jeder Beitrag wurde, bahntypisch, mit der aus dem Regionalexpress bekannten Hymne eingeleitet. Auf einer großen Leinwand erschienen Bilder der Vorleser, die alle vorher auf dem Oranienburger Bahnhof fotografiert wurden.

Vorgelesen wurden Prosa, Lysik und Belletristik. Lieblingsbücher der Gymnasiasten oder auch Selbstgeschriebenes. Elisabeth Krüger las aus dem Buch "Vom Vollrausch zum Leergut" von Wiglaf Droste. Ariane Lehmann rezitierte aus Hermann Hesses Gedicht "In Sand geschrieben". Paul Vonberg trug das von ihm selbst verfasste "Seelensterben" vor.

Zwischendurch, wie sollte es im Zug auch anders sein: Fahrkartenkontrolle.

Marduk Burdinski las Tetsches "Abgeschlossene Romane" vor. Einen Höhepunkt bildete "Der Schwiegermuttermörder" von Jürgen von Manger, als Dialog vorgetragen von Julia und Ulrike Gruhne. Es gab viele Lacher, als Tegtmeier schilderte, wie er seine tote Schwiegermutter in drei Fuhren mit seinem Bollerwagen zum Rhein-Herne-Kanal karrte.

"Einen Monat lang dauerten die intensiven Vorbereitungen", erzählte Moritz Marbach. "An der Organisation und Aufführung waren 30 Leute beider Gymnasium beteiligt." Gemeinsam mit Madleen Knauth vom Runge-Gymnasium hatte er die Idee hierzu. Schon einige Zeit arbeiten die beiden Schülerzeitungen der Gymnasien, "Penner" und "iWAHN", zusammen. "Die Lesung war eine Erweiterung, eine Konsequenz dieser Idee", sagt Moritz Marbach.

Nicht nur eine tolle Idee. Auch die Umsetzung dieser Lesung war nahezu perfekt. Das außergewöhnliche, sehr interessante Ambiente machte sie zu einem ungewöhnlichen Erlebnis. Die Zusammenarbeit zwischen Runge-Gymnasium und Louise-Henriette-Gymnasium soll fortgesetzt werden. Im Sommer soll es bei Runges ein Open-Air-Konzert geben.

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10680731/61129/